Eine Woche Sondershausen
Wenn man als sesshafter Mensch einmal die Home-area verlässt und sich ca. hundert Kilometer wegwärts bewegt, ist das für Geocacher ein besonderes Ereignis. Endlich kommt man mal wieder in den Genuss, Dosen direkt vor der Nase zu haben, die man noch nicht geloggt hat.Genauso ging es mir in Sondershausen. Ich habe mich wirklich gefreut als ich endlich mal von zuhause weg kam. Doch ich habe in Sondershausen gerade einmal 2 Geocaches geloggt.
Der Gund
Als ich den ersten Cache loggte dachte ich mir nicht sonderlich viel dabei. Ein kleiner Mico an einem alten Bahnhofsgelände. Nichts ungewöhnliches. Also zum nächsten Cache. An einer Brücke an einer viel befahrenen Straße. Ok, hier kann man jetzt nicht so besonders auffällig suchen. So schaute ich mich natürlich vergeblich nach einer kleinen Dose um.
Der nächste Cache gehörte ebenfalls zu dieser Serie und befand sich zwischen Schuttplatz und der viel befahrenen Straße ca. 200 Meter weiter. Für Statistikcacher die alle 200 Meter aus dem Auto springen wollen ist diese Serie sicher gut. Für Cacher, die etwas von Stadt und Natur sehen wollen, war diese Cacheserie der blanke Horror. Ich möchte nicht ausschließen, dass es in dieser Serie auch schöne Plätzchen gegeben hat, aber was ich sah reichte mir leider schon. Bei einem Blick auf das Navi, sah ich das fast alle Caches in der näheren Umgebung Micros waren, die alle zu irgendeiner Serie gehörten. Damit war für mich der Cacherausflug beendet.
So geht es nicht
Muss man denn echt Geocaches legen, nur um welche gelegt zu haben? Sollte Geocachen den Cacher nicht an tolle oder besondere Orte führen? Ich kann nur immer wieder betonen, dass das Hobby so ist, wie wir es gestalten. Nun kann es sein, dass es in Sondershausen viele Cacher gibt, denen die Location völlig egal ist, doch für ihre Touris sollten sie schon etwas machen.
P.S. Ich hatte mir extra einen Travelbug mitgenommen und musste ihn wieder mit nach Hause nehmen. Es gab ja nur Micros in der Umgebung.


Hallo,
also das kann ich jetzt nicht so stehen lassen. Es gibt viele Micros in Sondershausen, das stimmt, aber auch viele schöne Caches. In der Stadt besonders der Cache beim Schloss (Residenz-Cache) oder auch die vielen Caches zum bzw. auf dem Possen (Multis).
Gruß MaRk_BeNsCh
Bitte nicht falsch verstehen. Ich will nicht behaupten, dass alle Caches in Sondershausen schlecht sind (steht mir ja garnicht zu). Ich will mit dem Artikel nur ausdrücken, dass man an manchen Orten lieber keinen Cache legen sollte. In Sondershausen ist mir das eben besonders aufgefallen, was mir hier in Südthüringen bisher nicht so auffiel. Da gibt es mal eine Dose wo man sagt, passt nicht, aber nicht gleich ganze Serien.
Hallo,
ich finde es wieder einen netten Artikel.
Schön, dass du dich traust auch diese ganze Sache kritisch zu hinterfragen. Wobei du sicherlich auch deinen Teil zu dieser “Frustration” beigetragen hast. Denn sollte man annehmen, so wie es sich auch in dem Artikel liest, dass du extra die Strecke gefahren bist um Dosen zu suchen, dann bist du wohl auch “auf’s Blaue” gefahren. Wenn du deine Auswahl vor der Reise getroffen und dir direkt ein paar Ziele ausgesucht hättest, würde der Artikel wohl etwas anders ausfallen.
Dennoch krankt unser Hobby. Viele Leute möchten sich schnell eine gewisse Loyalität erarbeiten, was fälschlicher Weise gern an der Anzahl der Funde festgemacht wird. So werden schnelle Dosen gern bevorzugt. Das eigentliche Erlebnis zentriert sich auf den schnellen Fund und weiter geht’s zur Nächsten.
Ist es nicht krank zu einen Cache von mir aus einen langen Multi aufzubrechen und sich schon von vornherein Gedanken darüber zu machen, wen man anruft nur um am Ende doch noch im Logbuch zu stehen?
Kann man nicht zwei Stunden durch den Wald laufen, dabei zehn Stationen finden, das Final aber nicht und trotzdem zufrieden nach Hause fahren, weil man zwei schöne Stunden im Wald verbracht hat?
Und Leute, welche sich eben nur für den reinen Score interessieren oder es als Anfänger einfach nicht besser wissen, legen banale Filmdosen an jede x-beliebige Ecke. Nicht um der Frage nachzugehen, welcher eigentliche Sinn damit verfolgt wird, sondern lediglich der Tatsache Rechnung zu tragen, weil Platz war und noch keiner dort lag.
Ich selbst versuche mir beim erstellen von irgendwelchen Caches immer die Frage zu stellen, was mir wohl als Suchender gefallen würde und nach diesem Credo lege ich die Dosen. Ich möchte ein Erlebnis rüberbringen und Spass bereiten.
Das dies wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht jeden Geschmack trifft ist klar und ich möchte mir auch nicht herausnehmen, dass das was ich mache das einzig Richtige ist. Aber für eine konstruktive Konversation bin ich immer zu haben.
Daher schlage ich dir gern vor dir ein paar Caches rund um Weimar auszusuchen und deine Tour mal dorthin zu machen. Hier gibt es von einigen kreativen Ownern auch einige kreative Caches und sehr schöne Ecken zu sehen.
Beste Grüße
KunstDieb
Versteh ich das richtig? Du fährst just for fun nach Sondershausen, um Dich dann aufzuregen, dass es nur Micros gibt?
Dazu gibt es aus meiner Sicht folgende Anmerkungen:
1. Es gibt nicht nur Micros, der Residenz Multi (GC1GVBQ) ist – wie schon angemerkt – ganz nett und interessant.
2. Bei den von Dir angesprochenen Micros kann man doch schon am Listing ahnen, dass das wohl nicht die Oberkracher sind für die es sich lohnt 150 km zu fahren. GC-Vote als auch die Empfehlungen sprechen dagegen.
Irgendwann muss sich jeder Cacher mal entscheiden, ob er auf Masse (dann steuere am besten eine Ehrentafel an) oder Klasse setzt. Ich hab mich für letzteres entschieden, einfach weil Klasse für mich den besten Mehrwert (also Entspannung, interessante Entdeckungen) bietet. Masse ist mir zu stressig, außerdem fehlt mir die Zeit um mit den Statistikcachern mitzuhalten.
Wenn Du Klasse willst, fahr doch mal Richtung Süden. In Bamberg gibts die tollen Domreiter Multis. Nicht gut für die Statistik, aber für die Erweiterung des Horizonts.